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Im Gegensatz zur jemenitischen Hauptstadt Sana’a besitzt Muskat, die Hauptstadt des Nachbarstaats Oman, kaum noch alte Bausubstanz. Diese musste dem Fortschritt der vergangenen 45 Jahre weichen, während derer Sultan Qaboos sein Land modernisierte und nach aussen öffnete. Was den Fall des Omans so interessant macht, ist der Umstand, dass der weitsichtige Herrscher einerseits auf die Entwicklung von Infrastruktur, Wirtschaft, Bildung und Sozialstaat sann, gleichzeitig aber auf den Erhalt der traditionellen Werte wie Familie, Glauben und Gastfreundschaft achtete. Und so tragen die Omanis weiterhin mit Stolz und Selbstverständnis ihre traditionellen Kleider, während die moderne Architektur Muskats in ihrer Formensprache viele Anlehnungen an das große kulturelle Erbe zeigt.

Ich mag dieses Bild, welches eher unterschwellig von dieser vielschichtigen Befindlichkeit der omanischen Gesellschaft erzählt. Die vielen Kunstlichtquellen, die ihre Strahlen aus verschiedenen Richtungen durch die Arabesken werfen, erzeugen ein raffiniertes Schattenmuster am Boden, wegen der unterschiedlichen Farbtemperaturen entsteht dabei eine eigenartig künstliche, fast surreale Wirkung. Ein Spaziergänger in der traditionellen Dishdasha steht inmitten dieser artifiziellen Komplexheit. Hält er angesichts der Moderne verwirrt inne? Oder besinnt er sich gerade seiner Vergangenheit und schreitet dann zuversichtlich weiter?

Sana’a al-Qadima, die Altstadt von Sana’a mit ihrem einmaligen Ensemble von 7- und 8-stöckigen Ziegelhäusern, ist vielleicht die schönste Stadt, in der ich je geweilt habe. Jedenfalls werde ich nie den Morgen vergessen, an dem mich die Muezzine eine Stunde vor Sonnenaufgang mit dem Ruf zum Al-Fajir, dem Gebet der Morgenröte, weckten.

In der Nacht zuvor war ich in Sana’a gelandet, um im Südjemen die Forschungen für meine Diplomarbeit aufzunehmen. Die deutsche Bekannte eines Studienfreundes hatte mich in der Mafraj, dem mit Sitzpolstern ausgelegten Gastraum auf dem Dach eines traditionellen jemenitischen Hauses, einquartiert. Von dort blickte ich mit verschlafenen Augen ungläubig über das grandiose Panorama der Wohntürme und Minarette, die im ersten Tageslicht zu erglühen schienen. Ist es ein Wunder, dass dieser zauberhafte Morgen, der mir bis heute Gänsehaut-Gefühle bereitet, meine Leidenschaft für die südarabischen Länder Oman und Jemen entfacht hat?

Er ist weltberühmt, der Nakuru See, der vor den Toren der gleichnamigen kenianischen Großstadt am Boden des Ostafrikanischen Grabens liegt. Ein Nationalpark schützt das Juwel, welches nicht zu den größten, aber ganz bestimmt zu den sehenswertesten kenianischen Schutzgebieten zählt, dank der überbordenden Vogelwelt – Millionen von Flamingos schnäbeln zu bestimmten Zeiten in der algenreichen Ursuppe des Salzsees – aber auch wegen der gesunden Bestände von bedrohten Nashörnern und Rothschild-Giraffen.

Wenn ich dieses Bild betrachte und ich mich an seine Entstehung erinnere, wird mir bewusst, wie fragwürdig die Jagd nach den Big Five, nach Seltenheiten und Sensationen mancher Reisender ist. Bei Sonnenaufgang hatte der Nationalpark seine Tore geöffnet, ein Minibus mit Kamera-bewehrten Touristen schoss auf der Suche nach Leoparden an mir vorbei. Ich mochte nichts hinterher jagen an diesem Morgen, wo alles gut schien, im Hier und Jetzt. Die ersten Sonnenstrahlen liessen Tau und die Nässe des Regens der letzten Nacht verdampfen. Die Nebelschwaden drapierten Wildbüffel und Impala-Antilopen vor meiner Kamera zu einem Monument mystischer Natur, dessen friedlicher Zauber nur wenige Momente währte. Dann hatten die Sonnenstrahlen den Nebel gefressen und der lärmende Touristenbus auf Leoparden-Hatz rauschte wieder vorbei und verjagte die Tiere …

Ein Wald bedeckter Hügel ragt aus dem Nebel wie eine Insel im Meer der Zeit und verwandelt dieses Bild zu einem Gleichnis von Kakamega. Denn der Kakamega Forest in Westkenia formt einen kleinen Überrest des riesigen Waldgebietes, das einst das Kongobecken mit dem Indischen Ozean verband. Durch Rodungen in den vergangenen 2000 Jahren mehr und mehr isoliert, beherbergt Kakamega eine große Anzahl an Pflanzen, Reptilien und Vögeln, etwa die Gabun-Viper, den Graupapagei oder eine grosse Nashornvogelart, die sonst nirgends in Kenia zu beobachten sind.

Glücklicherweise ist der Kakamega Forest seit einigen Jahren geschützt und durch Wanderwege erschlossen. Einheimische Führer führen durch die grüne Wunderwelt, erklären die Heilwirkung von Pflanzen und erläutern den Ursprung der vielen Tierstimmen des Waldes. Da die Sonne in Äquatornähe rapide auf- und untergeht, werden einem als Fotograf nur kurze Zeitfenster mit mystischen Lichtstimmungen geschenkt und so fängt der Arbeitstag immer früh an – und endet spät.

Stille Wasser sind tief, können aber auch verdammt flach sein – so legt es jedenfalls das Wrack des Dampfschiffs Robert Coryndon in Butiaba nahe, einem verfallenen Hafen am Ostufer des Albert Sees. In jedem Fall sind Butiaba und die Coryndon ein Mahnmal der Vergänglichkeit. In der britischen Kolonialzeit spielte Butiaba als Knotenpunkt des Handels zwischen Kongo, Südsudan und Kenia eine bedeutende Rolle. Und die Coryndon beschrieb Sir Winston Churchill als die ‘beste schwimmende Bibliothek’, während Hemingway von ‘schwimmender Pracht’ schrieb. Von all dem ist heute nichts mehr zu erkennen. Der Dampfer sank angeblich in den Wirren nach der Unabhängigkeit Ugandas Anfang der 1960er Jahre und wurde nie wieder gehoben, während Butiaba in der Bedeutungslosigkeit verschwand und verfiel. Ich konnte von der Coryndon im Jahr 2000, als ich mit Oliver Bolch für den Bildband Traumstrassen Ostafrika in Uganda recherchierte und fotografierte, noch dieses Bild schiessen. Angeblich ragt inzwischen nur noch ein Stahlgerippe aus dem Wasser, den Rest haben Altmetall-Diebe abtransportiert. Und Butiaba? Noch schläft Butiaba den Schlaf des in Vergessenheit geratenen Weltwinkels. Doch an den Ufern des Albert Sees sind reiche Ölvorkommen entdeckt worden und es bestehen Pläne, den verfallenen Hafen wieder zu beleben.

Die Königin der ugandischen Nationalparks – nomen est omen – ist der Queen Elizabeth Nationalpark in Westuganda, der sich im Zentralafrikanischen Graben zu Füssen des Ruwenzori Gebirges erstreckt. Queen Elizabeth – von Eingeweihten kurz QE genannt – verbindet unterschiedlichste Naturräume: Da sind weite Grassavannen und der für seine Nilpferde berühmte Kazinga Channel. In zwei Waldgebieten lassen sich sogar noch Schimpansen beobachten. Und manchmal, da gestattet sogar His Majesty, der Ruwenzori, der dritte 5000er Afrikas, einen flüchtigen Blick auf seine Schneegipfel. Für gewöhnlich hüllt sich der Regenmacher, so die direkte Übersetzung des Namens, in Wolken. In den Bergen entspringt die höchstgelegene Quelle des Nils. Vor allem aber sind die Ruwenzoris eine brodelnde Wetterküche, die immer wieder – so wie auf diesem Bild – großartige Lichtstimmungen gebiert. Es hat mächtig geschüttet, wir stehen mit dem völlig verdreckten Geländewagen, welcher auf den schönen Namen African Queen hört, am Rand eines kleinen Kraters. Bei Sonnenuntergang reisst plötzlich der Himmel auf, und die letzten Sonnenstrahlen scheinen das Savannengras und den Wagen in Brand zu stecken. Ein unvergesslicher Moment mit unvergesslichen Farben – und ein unvergessliches Bild!

Wie auch in anderen ostafrikanischen Ländern, lebt die Mehrheit der Ugander als Ackerbauern, wobei es auch noch Reste von weitgehend assimilierten Jäger- und Sammler-Völkern gibt, die letzten Ureinwohner Ostafrikas. Eine dritte Lebensart besitzen Hirtenvölker, die sich traditionell von Milch, Blut und Fleisch ernähren. Es ist wenig verwunderlich, dass Rinder bei ihnen höchste Wertachtung besitzen, Statussymbol ebenso wie Anlagefond sind. Das Volk der Ankole in Südwestuganda züchtet eine besonders auffällige Rinderrasse mit gewaltigen Hörnern, die einst angeblich aus der Kreuzung von Zebu-Rindern mit pharaonischen Langhorn-Rindern hervorging.

Ich träumte davon, einprägsame Gegenlichtaufnahmen mit den Silhouetten dieser gewaltigen Hörner zu schiessen. Ein alter Freund, der am Lake Mburo ein komfortables Safari Camp betreibt, stellte mir den Kontakt zur Ankole-Familie eines Angestellten her. Und so verbrachte ich einen Morgen im traditionellen Kral und wurde Zeuge des liebevollen Umgangs der Menschen mit ihren Tieren. Diese Aufnahme versinnbildlicht für mich die Bedeutung der Rinder für diese Menschen, die alle Lebensbereiche durchdringt und einschliesst.